Artemisia Hexen Akademie
 
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16.10.2023

Samhain – Das Ende, welches ein neuer Anfang ist

Es ist eine düster-schöne Zeit. Die Temperaturen fallen mit jedem Tag, das bunte Herbstlaub hinterlässt kahle Bäume und die Nächte sind mittlerweile deutlich länger als die windigen Tage. Die Fülle von Mabon neigt sich langsam dem Ende. Die Dunkelheit hat gesiegt und ist nun überall spürbar. In diese besondere Zeit fällt das Jahreskreisfest Samhain.
 
Samhain ist eines der vier Mondfeste und wird zwischen der Herbsttagundnachtgleiche und der Wintersonnenwende gefeiert. Je nach Tradition fällt der Termin auf einen anderen Tag: am 11. Neumond nach Yule (dieses Jahr am 14. Oktober) oder fest am 31. Oktober. Samhain markiert für manche als drittes von den drei Erntefesten das Ende des alten Jahres, für manch andere ist es das erste Fest im neuen Zyklus. So oder so ist Samhain ein Übergang vom Alten ins Neue. Die aktive Zeit des Frühlings und Sommers mit den vielen Zielen, Träumen und Hoffnungen neigt sich dem Ende. Nun bricht eine neue Zeit heran. Die Zeit des Rückzugs, der Regeneration und des Kräftesammelns. Diese Zeit zwischen Ende und Anfang ist eine ganz besondere. Der Schleier zwischen den Welten ist nun am dünnsten, so dass es einfacher als sonst ist, Kontakt zur Anderswelt aufzunehmen. Es ist die Zeit, die Toten zu ehren. Durch den lichten Schleier eignen sich die Tage gut zum Meditieren, Reflektieren und Wahrsagen.

Das Wort „Samhain“ entstammt der gälischen Sprache und wird sa-wuein ausgesprochen, was so viel heißt wie „Ende des Sommers“, andere übersetzen es als „Vereinigung“ und meinen damit die Vereinigung zwischen Diesseits und Jenseits.  Ursprünglich stammte dieses Fest von den Kelten und wurde mit großen Feuern begangen. Sie feierten damit das Ende der Erntezeit. Gleichzeitig erinnerte das Fest an den nahenden Winter und mahnte die Menschen, Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit zu treffen. Schon die Kelten glaubten daran, dass in dieser Zeit der beginnenden Dunkelheit der Schleier zwischen den Welten besonders dünn ist. Sie glaubten daran, dass ihre Ahnen in dieser Nacht zu Besuch kamen. Aber auch andere unheilvolle Wesen konnten durch diesen Schleier in unsere Welt treten. Deswegen war Vorsicht geboten. Die Kelten kleideten sich in dieser Nacht oft wie Tiere oder schreckliche Kreaturen, um sich vor schlecht gesinnten Wesen aus der Anderswelt zu schützen. Später wurde dieses Fest christianisiert. Im 8. Jahrhundert wurde der christliche Feiertag Allerheiligen vom Frühling auf den 1. November gelegt. Hier wird den Heiligen der katholischen Kirche dacht. Am 2. November wird Allerseelen gefeiert, wo generell allen Verstorbenen gedacht wird. Mit den irischen Migranten kam Allerheiligen (All Hallow’s Eve) nach Amerika und wurde zu Halloween.

Ideen zu Samhain-Aktivitäten
Kürbis schnitzen: Um unheilvolle Wesen aus der Geisterwelt fernzuhalten, kann man Fratzen in Kürbisse schneiden und sie vor die Tür stellen.
Weissagung aus Äpfeln: Äpfel sind neben Kürbissen sehr beliebt zu Samhain. Sie eignen sich für unzählige Divinationsarten. Beispielsweise kann man die Äpfel schälen, so dass im besten Fall ein einziges langes Stück Schale entsteht, und dieses über die Schulter werfen. Aus der Form, wie die Schale liegt, kann man versuchen, Vorhersagen zu treffen.
Essen mit den Ahnen: Ein guter Brauch ist es, am Samhainabend einen Platz extra am Tisch zu decken und so die Ahnen zu einem gemeinsamen Abendessen einzuladen. 
Seelenbrot: Auch das Seelenbrot hat eine lange Tradition. Hier wird Brot gebacken und über Nacht für die Ahnen herausgestellt. Die Reste, die am Morgen übrig sind, dürfen selbst verzehrt werden.
Feuer: Angelehnt an die keltische Tradition wird ein Lagerfeuer entzündet. Wer es beherrscht, kann aus den Flammen weissagen. Es kann eine Kerze am Feuer entzündet werden, die man mit nach Hause nimmt. Diese Kerze soll symbolisch den Winter erhellen. Das Licht dieser Kerze kann geteilt werden und an Familie und Freunde weitergegeben werden, so dass aus einem Licht am Ende ganz viele werden. 
Zuhause dekorieren: Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Kürbisse, Äpfel, Nüsse. Aber auch Kerzen und Symbole, die für den Tod und die Anderswelt stehen eignen sich sehr gut.
Ahnen-Altar: Ehre deine Ahnen durch einen für sie eingerichteten Platz. Dort können Bilder, aber auch Erinnerungsstücke von ihnen aufgestellt sein. Und vielleicht auch Dinge, die sie zu Lebzeiten, sehr gern hatten, wie beispielsweise ihren Lieblingswein.
Besuch auf dem Friedhof: Die Ahnen müssen nicht immer zu einem ins Haus kommen. Man kann es auch umgekehrt machen und sie auf dem Friedhof besuchen.
Adoptiere ein Grab: Auf einigen Friedhöfen gibt es Armengräber von mittellosen Menschen oder Menschen ohne Familie, die sich darum kümmert. Suche dir ein Grab aus, zu dem du eine Verbindung spürst. Besuche es regelmäßig, stelle eine Kerze auf oder schmücke es mit Blumen. 
Gespräche mit Großeltern: Nutze die Zeit, in der deine Ahnen noch leben. Besuche deine Großeltern und spreche mit ihnen über vergangene Zeiten und Ereignisse aus ihrem Leben.
Divinationsabend: Treffe dich mit Freunden und legt euch gegenseitig die Karten oder versucht mit anderen Hilfsmitteln einen Blick in die Zukunft zu bekommen.
Geschichten erzählen: Auch hierfür kannst du dich mit Freunden und/oder Familie treffen. Nutzt den Abend und erzählt euch von den guten alten Zeiten. Wenn ihr es nicht ganz so sentimental mögt, könnt ihr euch auch gegenseitig Märchen oder Gruselgeschichten erzählen bzw. vorlesen. Oder vielleicht auch einfach zusammen einen Fantasy- oder Horrorfilm schauen.
Reflektion: Nimm dir einen Abend, an dem du Ruhe hast, Zeit. Blick zurück auf das vergangene Jahr: Was konntest du abschließen? Welche Themen sind noch offen? Schau dann auf die Monate, die in diesem Jahr noch kommen. Was brauchst du, um die noch offenen Themen für dich abzuschließen?
Kerzen selbst machen: Um in der Dunkelheit sehen zu können, benutzen Menschen schon seit sehr langer Zeit Kerzen. Vielleicht hast du Lust, kreativ zu werden, und selbst eine Kerze für diese Zeit herzustellen.

Morgaine - 22:47 | Kommentar hinzufügen


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