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16.10.2023

Kräuterkurs in der Akademie – Ein Erfahrungsbericht

Alle Hexen haben Ahnung von Kräutern und Räuchern – so denkt man sich das zumindest. Ich passte in dieses Klischee so gar nicht rein. Ich besitze das Gegenteil von einem grünen Daumen, so dass ich mich zum Schutz der Pflanzen immer von ihnen ferngehalten habe. Und Räuchern? Das war für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Das maximale der Gefühle war es, eine Duftkerze aus dem Supermarkt aufzustellen.
 
Als ich dann im Frühjahr vom Kräuterkurs in der Akademie las, habe ich lange darüber nachgedacht, ob ich mich überhaupt anmelden sollte. Ich erkannte maximal die klassischen Obstbäume – und das auch nur, wenn sie grad Früchte trugen. Geschweige denn, dass ich bei Kräutern sagen konnte, wozu sie gut sind. Sollte ich es wirklich wagen und ins kalte Wasser springen? Nach einer Nacht Schlaf entschied ich mich, dieses Abenteuer einzugehen. Schließlich war der Kurs zum Lernen da. Und ich war offen dafür, es zumindest zu versuchen.

Einer der ersten Aufgaben war es, einen längeren Spaziergang in der Umgebung zu machen und verschiedene Pflanzen, die einem auf dem Weg auffielen, zu identifizieren. Ein erstes Gefühl der Überforderung überkam mich, bis mir meine netten Kurskolleginnen von den tollsten Pflanzenerkennungs-Apps erzählten. Gewappnet mit meinem Handy machte ich mich auf zum Spaziergang. Und tatsächlich funktionierten die Apps ohne Probleme. Die wenigen Pflanzen, die die App nicht erkannte, wurden später in die Gruppe gepostet und gemeinsam bestimmt. Meine größte Erkenntnis aus dem Spaziergang war, dass jede noch so kleine unscheinbare Pflanze einen Namen trug. Beinahe schämte ich mich ein bisschen, dass für mich einfach alles nur Grünzeug gewesen ist.

In den kommenden Wochen beruhte der Kurs vor allem auf zwei Säulen: Zum einen bekam man jede Woche einen Theorie-Teil mit meist praktischen Aufgaben, den man bearbeiten sollte. Vom besten Erntezeitpunkt über verschiedene Trocknungsmethoden bis hin zur praktischen Verwendung (bspw. Schutz-Sprays, magisches Putzwasser oder reinigende Peelings) konnte man viel lernen und auch Ausprobieren. Gleichzeitig durfte man sich regelmäßig eine neue Pflanze aussuchen, mit der man sich intensiver beschäftigte. Dies bedeutete u.a. auch, die Pflanze anzureisen und sie somit auch auf nicht-materieller Ebene kennenzulernen.

Das war für mich der spannendste Teil. Plötzlich erkannte ich, dass jede Pflanze eine ganz eigene Persönlichkeit hat. Manche sind redseliger als andere. Einige fühlen sich uralt und mächtig an, während andere quirlig und lustig sind. Auf einmal veränderte sich meine ganze Wahrnehmung der Natur drastisch. Um mich herum war nicht nur Grünzeug, das im Frühling blühte, im Sommer Früchte trug und im Herbst verging. Jede Pflanze hatte einen Namen und eine eigene Persönlichkeit. Und auch einen ganz eigenen Zyklus. Manche Pflanzen blühen später als andere. Manche tragen ewig ihre Früchte. Einige sieht man nur kurze Zeit, bevor sie verwelken, während andere über Monate an ihrem Ort stehen und die Sonne genießen. Es war mir, als hätte sich mir eine völlig neue Welt eröffnet.

Im späteren Teil des Kurses kamen dann die Grundlagen des Räucherns hinzu und man begann verschiedene Kräuter zu räuchern und eigene Mischungen auszuprobieren. Wieder näherte ich mich den Pflanzen von einer anderen Seite an. Was für eine Wirkung hatte die Pflanze in einer Räucherung und welche Kombi an Pflanzen macht für welchen Zweck den meisten Sinn? Das Ausprobieren hat mir viel Freude bereitet und ich konnte auch hier viel lernen.

Mit dem Beginn der Herbstzeit beendet der Kurs wie auch die Pflanzen in der Natur seinen natürlichen Zyklus und geht seinem Ende entgegen. Es war ein halbes Jahr voller neuer Erkenntnisse, Ausprobieren, ein toller Austausch mit den Dozentinnen mit Mitschülerinnen und vor allem das Geschenk, meine Welt mit vollkommen neuen Augen zu sehen. Ich hätte nie gedacht, dass ich bis zum Ende dranbleibe, und jetzt bin ich traurig, dass es schon vorbei ist. Ich möchte mich bei den Dozentinnen Besenwesen und Luana für die grandiose Vorbereitung der Unterlagen und Betreuung bedanken. Wie die Pflanzen werde ich mich jetzt etwas ausruhen und alle Erkenntnisse sacken lassen, damit sie in mir reifen können. Jetzt schon freue ich mich auf das kommende Frühjahr mit vielen neuen Pflanzen und Fächern in der Akademie, durch die ich noch tiefer in die Natur um mich herum eintauchen kann.

Morgaine - 22:39 | Kommentar hinzufügen

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