15.09.2023
Monatspflanze: Goldrute
Die Pflanze des Monats September ist für mich in diesem Jahr die Goldrute. Sie erinnert mich mit ihrem goldfarbenen Blütenschweif an den Altweibersommer, der hoffentlich in diesem Jahr mit seiner vollen Pracht zum Zuge kommen kann. Die Goldrute wächst bei mir jedes Jahr an der gleichen Stelle am Haus. Und das ist nicht verwunderlich, denn die Pflanze ist tatsächlich mehrjährig und ein beliebter Tummelplatz für Käfer, Spinnen und alle nektarliebenden Flugtierchen. Hast Du gewusst, dass sie auch ganz tolle Heilkräfte besitzt sowie einen ganz sanften, ruhigen und warmen Pflanzengeist innehat? Ich durfte exklusiv für Dich mit ihm ein Interview führen und was er zu sagen hatte, war sehr spannend.
Es war ein sehr heißer Tag und ich sah die ersten gelben Tüpfelchen des Korbblütlers aufleuchten. Ich ging behutsam auf das Pflänzlein zu, betrachtete es und bekam den Impuls näherzukommen. Ich schaute auf die ersten aufwachenden Blüten und wurde mit einem honigsüßen Geruch begrüßt. Dieser balsamische Duft breitete sich schnell in mir aus und schenkte mir ein warmes Lächeln. Da sah ich Ihn direkt vor meinem inneren Auge. Er saß auf einem kleinen Stein, Pfeife rauchend und mit Goldfedern beschmückt. Neben ihm lag ein kleiner Stab mit goldenen Glöckchen und Federn dran. Er reichte mir die Pfeife und deutete, dass ich einen Zug nehmen soll. Ich setzte mich also zu ihm und nahm die Pfeife entgegen. Als ich sie betrachtet, sah ich Ähnlichkeiten, wie bei einer Pfeife eines nordamerikanischen Ureinwohners. Sie war lang und mit wundervollen Verzierungen geschmückt. Was, wie ich erfahren habe, auch nicht verwunderlich ist, da die Goldrute aus den nordamerikanischen Breiten zu uns als Gartenzierpflanze eingeführt wurde.
Ich nahm einen Zug, und spürte wie wohlig warm es in mir wurde, wie meine eigene kleine Sonne zu leuchten begann. Dann nickte mir der Pflanzengeist zu und begann zu erzählen: “Ich heiße Surya, das bedeutet unter anderem Abendsonne. So wie allmählich die Sonne des Herbstes die untergehende Position ein nimmt, so erinnere ich die Menschen an das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit. Hier nimm ein paar Blüten von mir mit. Du kannst sie auf verschiedensten Weisen verwenden. Als Tee wirke ich unter anderem harntreibend sowie entzündungshemmend. Was natürlich gerade bei Blasenentzündung sowie Nierensteine sehr hilfreich sein kann.” Er zwinkerte zu mir rüber, da er natürlich von meinem letzten Krankenhausabenteuer, welche unter anderem diese Leiden beinhalteten, wusste.
Er plapperte munter weiter:” Sag Kind, hast du gewusst, dass man mich Heilwundkraut, sowie Petrusstab oder auch Unsegenkraut nennt? Ja ich kann schlimme Wunden heilen, aber auch Dämonen verjagen. Der böse Blick, wie Neid und Missgunst gerne genannt werden, nimmt regelrecht reiß aus, wenn ich mein leuchtendes Gold entsende. Räuchere mich also um Licht ins Dunklen zu bringen, dass auch trübe Gedanken zu vertreiben mag. Bei Heilritualen helfe ich mit meinen reinigenden und vitalisierenden Eigenschaften.”
Ich fragte ihn welchem Element er zugeordnet wird. Er schaute mich an und meinte belustigt:” Nicht dem Feuer, wie viele Personen denken. Ich bin zwar eine Sonnenpflanze und habe diesen warmen Honigduft, den ich gerne aussende. Dieser dient jedoch lediglich dazu die Tiere anzulocken, um sich von meinem Nektar nochmal so richtig schön satt zu schlürfen. Mein liebstes Element ist jedoch das der Luft. Ich wehe bei jedem Luftzug sanft hin und her sowie auf und ab, somit kann ich mit den Luftwellen meine Botschaft entsenden.”
Ich fragte, ob er eine Botschaft für uns habe, und er antwortete:” Ihr Menschen heutzutage seid oft so misstrauisch Anderen gegenüber, leider aus gutem Recht. So viel Neid und Missgunst habe ich seit vielen Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Überall sieht man Selbstdarsteller, welche Energien durch das Kleinmachen Anderer ziehen. Was denkst Du warum ich mir immer öfters Wege suche, um bei den Menschen gedeihen zu können? Ich bin da, um diese Dunkelheiten mehr zu beleuchten und zu helfen diesen Kampf der inneren und äußeren Dämonen zu heilen. Ich helfe auf einer anderen Ebene, damit die Gesellschaft wieder mehr zusammenfindet und um das soziale Miteinander zu fördern. Achtet Euch wieder mehr und zieht die Ellenbogen zurück, denn wir sind alle miteinander verbunden und was ausgesendet wird, erntet man im Außen. Denk daran wie innen so außen.”
Wir schauten uns schweigend an und ich grübelte noch über seine Botschaft nach, als er plötzlich aufstand und seinen Stab aufhob. “Ich werde nun weiterziehen, aber bevor ich gehe, möchte ich dir für das Zuhören danken. Hier, dies ist für Dich. Trage es an Deinem Herzen und dein Licht wird von des Anderen Neid nicht überschattet.” Er drückte mir eine Ledersäckchen mit einer Schnur daran in die Hände, verbeugte sich zum Abschied und zog mit einem Lied pfeifend davon.
Natürlich war ich neugierig und schaute in das Säckchen und fand Blüten und eine Wurzel der Goldrute darin. Ich verschloss es wieder und hängte es um meinen Hals, so dass das Säckchen direkt auf meinem Herzen lag.
Danke Dir Geist der Goldrute für Deine Zeit und Deine Worte. Mögen Sie im Herzen der Menschen ankommen
So sei es
Quellen für diesen Artikel
https://heilkraeuter.de/lexikon/goldrute.htm
https://www.celticgarden.de/goldrute/
Besenwesen - 12:35 @ Pflanzen | Kommentar hinzufügen