Artemisia Hexen Akademie
 
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15.09.2023

Der Stolperstein mit dem grossen WARUM

Das Ferienprogramm der Akademie mit seinen vielen zusätzlichen Vorträgen und Diskussionspodiums ist ein Riesenerfolg. Es ist wunderschön zu sehen, wie gross das Interesse, wie intensiv die Gespräche und wie interessant die Fragen ausfallen.
Beim Vortrag zum Thema Schattenarbeit von der lieben Anufa kam es im Anschluss zu einer offenen, interessanten und schönen Diskussion. Die richtige und wichtige Aussage von Anufa, dass die Schatten klar oft in der Kindheit zustande kommen und oft von den Eltern gespeist werden, dass man aber als Erwachsener irgendwann selbst die Verantwortung übernehmen muss diese nicht selbst weiter zu speisen, führte zu Fragen. Dabei kam zur Sprache, dass Vergebung wichtig ist und aber auch, dass es vielen wichtig ist, das Warum zu erfahren. Mehrfach wurde gesagt, dass es schwerfalle zu vergeben und zu verzeihen, wenn man nicht wisse, warum der andere - im Beispiel die Eltern- etwas getan hat. Genau dies hat bei mir zu vielen Gedanken geführt, welche ich hier gerne mit euch teilen würde.

Ich habe versucht diesem Verlangen zu wissen, warum nachzugehen. Ich habe mich einfach in die Lage von jemandem versetzt, dem das Warum so wichtig ist und habe mir mehrere Beispiele ausgedacht und einfach mal durchgespielt. Aber egal, was die Antwort auf das Warum war, es hat ausnahmslos jedes Mal zu einem weiterem Warum geführt. Denn für jedes Warum gibts wiederum ein weiteres Warum. Warum hat Person X dies getan? Weil sie es so gelernt hat. Weshalb hat Person Y der Person X das so gelehrt? Weil Person Y dies für richtig hielt. Wieso hielt es Person Y für richtig? Und so geht die Frage nach dem Wieso, Weshalb, Warum immer weiter und weiter, wird aber meines Erachtens das Problem nie lösen, sondern allenfalls noch viele Probleme und Fragen mehr aufdecken.

Das Warum ist also ein wahrer Stolperstein auf der Suche nach Lösungen. Es dient weder der Lösung noch dem Loslassen noch der persönlichen Entwicklung wirklich. Das Verbleiben beim Warum und den damit verbundenen Groll weiterzutragen, das schadet schlussendlich nur einem selbst.

Beim Austausch darüber mit der lieben Besenwesen hat diese mich noch darauf aufmerksam gemacht, dass im Wort WARum ja schon die Vergangenheitsform vom Verb Sein (war) drin ist. Dies zeigt nochmals schön auf, dass das Warum ohnehin längst Vergangenheit ist und nicht mehr geändert werden kann. Das „was jetzt“ erlaubt einem allerdings, die Verantwortung für sich selbst wieder zu übernehmen und die Zukunft selbst zu gestalten.

Diese Gedanken haben mich darin bekräftigt, bei einem meiner alten Mottos zu bleiben. „Die Frage ist nicht ‚warum‘, sondern „was jetzt“?“. Das „was jetzt“ kann allerdings ganz verschiedene Antworten mit sich bringen und äußerst befreiend wirken.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie die man anstatt der Suche nach dem Warum gehen kann. Hierbei muss jeder für sich schauen, welcher Ansatz zu einem passt.

5 Möglichkeiten, dem Warum entgegenzuwirken:
➮ Vergebungsarbeit (z.B. Ho’oponopono)
➮ Konzentration darauf, was man selbst anders machen möchte als der vermeintlich falsch Handelnde
➮ Ziele setzen. Bis wann und wie möchte ich mich davon befreien
➮ Einen Brief an den vermeintlich falsch handelnden schreiben mit allem, was man ihm noch sagen möchte und diesen dann verbrennen
➮ Dem anderen dankbar sein, dass er einem aufgezeigt hat, wie man selbst nicht sein möchte ➮ Sich dafür entscheiden sich nicht mehr selbst damit schaden zu wollen

Vielleicht helfen diese Gedanken der einen oder anderen Leserin. Es war mir auf alle Fälle ein Bedürfnis, dies mit euch zu teilen.

Anam - 12:28 @ Schattenarbeit | Kommentar hinzufügen


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